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06.03.2017
Exkursion nach Mühldorf am Inn
Exkursion nach Mühldorf am Inn

In diesem Jahr fand die gemeinsame Exkursion der Jungbeiräte der Erzeugergemeinschaft für Qualitätsvieh im Oldenburger Münsterland eG, der Ferkelerzeugergemeinschaft Ostfriesland eG und der Raiffeisen Viehzentrale eG aus Ganderkesee vom 31. Januar bis zum 2. Februar 2017 statt. Die Exkursion führte die Gruppe nach Süddeutschland in die Nähe von München, nach Mühldorf am Inn.

Während der Anreise wurde der erste Stopp im BASF Forschungszentrum in Limburgerhof eingelegt. An ein gemeinsames Mittagessen schloss sich eine informative Präsentation über das Forschungszentrum an. Der Grundstein der BASF wurde mit der Erforschung und Produktion von synthetisch hergestellten Düngemitteln gelegt. Mit der Zeit wurde deutlich, dass nicht nur eine optimale Versorgung mit Nährstoffen für ein gutes Wachstum der Pflanzen notwendig ist. Auch die Gesunderhaltung der Pflanzen ist von großer Bedeutung. Somit wurde auch in die Forschung mit Wirkstoffen für den Pflanzenschutz investiert. Neben den Tätigkeiten im Forschungszentrum wurden die globalen Absatzmärkte der BASF dargestellt. Besonders interessant war der Einblick in die dortigen Forschungs- und Gewächshäuser, wodurch ein Eindruck über die Versuchsabläufe nach dem „try & error“ Prinzip bei Pflanzenschutzmitteln geschaffen worden ist. Weiterhin erhielt man einen Eindruck darüber, wie auch die Technologiesierung im vor- und nachgelagerten Bereich der Landwirtschaft über die Jahre Einzug gehalten hat.

Der zweite Tag begann beim Zuchtverband für Fleckvieh Obb.-Ost in Mühldorf am Inn. Dort konnten zunächst die Versteigerungshallen und die Anlieferung der Kälber für den anstehenden Kälbermarkt besichtigen werden. Im Anschluss an die Betriebsführung machte sich die Gruppe auf den Weg zur ersten Besichtigung eines Milchviehbetriebes. Auf dem Betrieb der Familie Kurz werden 120 Fleckviehkühe gemolken. Mit der eigenen Nachzucht stehen auf dem Betrieb etwa 270 Tiere. Als weiterer Betriebszweig wird eine Biogasanlage betrieben. Es entwickelte sich schnell ein interessanter Dialog über die unterschiedlichen Produktionsweisen und Rahmenbedingungen der verschiedenen Regionen. Auch die Wahrnehmung der Landwirtschaft in der Bevölkerung rund um den Betrieb wurde thematisiert.

Zum klassischen Weißwurstfrühstück erreichten die Jungbeiräte wieder das Betriebsgelände des Zuchtverbandes, wo sie nach einer kleinen Stärkung bei der Kälberauktion zusehen konnten. Eine sehr interessante Erfahrung für die Junglandwirte, die die Tiere dann zum Teil in den heimischen Betrieben halten. Im Anschluss an die Auktion bestand die Möglichkeit einen Bullenmastbetrieb zu besichtigen, der auch dem Zuchtverband von Mühldorf angehört. Die Familie Schwinghammer führt einen Betrieb mit 140 Mastplätzen inklusive der eigenen Aufzucht der zugekauften Kälber. Das Futter für die Tiere wird fast ausschließlich auf den eigenen Flächen produziert. Auch hier konnten unterschiedliche Erfahrungen in einer sehr ausgiebigen Diskussion ausgetauscht werden.

Am dritten und letzten Tag besichtigten die Teilnehmer auf dem Weg nach Hause den ökologisch wirtschaftenden Betrieb der Familie Ritter in Ostheim v. d. Rhön. Der geplante Rundgang durch den Putenstall war aufgrund der aktuell auch dort kursierenden Vogelgrippe leider nicht möglich. Der Betriebsleiter Martin Ritter erläuterte den Jungbeiräten bei Puten und Hähnchen aus dem Holzofen und Bionade, die dort in der Nähe produziert wird und für die der Betrieb den Holunder anbaut, die Produktionsweise seines Betriebes. Ein weiterer interessanter Betriebszweig ist der Quittenanbau. Diese wird zur Herstellung eines Kosmetikproduktes genutzt, dass besonders in Yogastudios in Großstädten verkauft wird.

Die Dachmarke Rhön GmbH war das letzte Ziel der Exkursion. Mit der Dachmarke Rhön sollen die im Biosphärenreservat Rhön produzierenden landwirtschaftlichen Betriebe sowie die daran angeschlossene Gastronomie unterstützt werden. Die Dachmarke Rhön hat verschiedene Kriterien erarbeitet, die es dem Verbraucher ermöglichen sollen, sich in den Produktionsweise wieder zu finden und so auf die Produkte zugreifen zu können. Das Siegel soll besonders  die Regionalität des Betriebes aufzeigen. Für die Gastronomie werden dabei noch verschiedene Stufen unterteilt, bei denen herausgestellt wird, wie groß der Anteil der Produkte aus der Region ist.